Video-Sprechstunden boomen und schieben Digitalisierung weiter an

Das Corona-Virus beschleunigt die Digitalisierung unseres Gesundheitswesens: Im Februar 2020 boten rund 1.500 Ärzte Videosprechstunden über Portale an, im Juni 2020 sind es weit über 100.000 niedergelassene Ärzte. Die Ärzte erwarten einen deutlichen Rückgang der Videosprechstunden nach der Krise, doch das Niveau soll spürbar über dem vor der Pandemie liegen, prognostiziert eine Studie.

Die Studie des Health Innovation Hubs des Bundesgesundheitsministeriums und der Stiftung Gesundheit zeigt, dass sich die Corona-Krise bei fast 90 Prozent der befragten Ärzte auf die Nutzung von Videosprechstunden auswirkt. 86,1 Prozent der Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten nutzen aktuell Videosprechstunden oder wollen es in Kürze machen, bei den Allgemeinmedizinern ist es Hälfte. Sie sind alle zum BVDVA-Kongress #bvdva20 am 15. und 16. Oktober in Berlin eingeladen, wo über Digitalisierung und innovative Arzneimittelversorgung diskutiert werden wird.

Viele Vorteile für Patienten

Prof. Jörg Debatin vom health innovation hub (hih) des Bundesministeriums für Gesundheit in Berlin, sagte im Interview mit der ÄrzteZeitung: „Wir hätten uns alle gewünscht, das E-Rezept wäre schon da.“ Neben Videosprechstunden hätte auch die elektronische Patientenakte gerade in der Krise und zur Erfassung der Kranken, viele Vorteile gehabt. Weiter sagte er: „Die Menschen erleben gerade die Vorteile digitaler Unterstützungs-Tools. Ich denke, viel davon wird bleiben, insbesondere die Videosprechstunden als Möglichkeit mit dem Arzt zu interagieren, ohne dorthin fahren zu müssen.“

Digitalisierung in Kliniken beschleunigt

Dabei kommt die Digitalisierung aktuell an vielen Stellen voran: Eine Umfrage von Drees & Sommer unter 36 Experten aus Klinikverbünden und medizinischen Einrichtungen in Deutschland zeigte, dass das Coronavirus die Digitalisierung in Kliniken beschleunigt. Das findet Unterstützung auch der Jungen Union Mayen-Koblenz, die sich für eine Ausweitung der Telemedizin ausspricht: „„E-Health zeigt gerade während der Corona-Krise, wie schnell es umsetzbar ist und welche Vorteile es bringt: Ein Beispiel ist die Videosprechstunde der Unfallchirurgie in Regensburg, die bereits jetzt schon von jeder Altersgruppe genutzt wird. Außerdem könnten Arztbesuche, bei denen es sich lediglich um eine Rezeptausstellung handelt, über das sogenannte E-Rezept ersetzt werden.“

 

Teilen auf:
Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie weiter surfen akzeptieren Sie die Verwendung. Mehr Informationen