Digitale Gesundheitsangebote – neue Studien zeigen Bedarf, aber noch wenig Austausch

Gesundheits-Apps für das Smartphone können vom Arzt bald auf Rezept verschrieben werden. Doch laut dem Digitalverband Bitkom geht es vielen Menschen in Deutschland nicht schnell genug: Zwei Drittel (65 Prozent) wollen mehr Tempo, wenn es um den Ausbau digitaler Gesundheitsangebote geht.

Der Ungeduld steht eine Studie der Krankenkasse BARMER gegenüber, die jüngst Ärzte und Patienten in einer GAPP-Analyse gegenüberstellte. Laut BARMER sprechen nur 10 Prozent der Patienten das Thema digitale Gesundheitsangebote beim Arzt an. Von den Ärzten gaben immerhin 14 Prozent an, ihre Patienten auf Gesundheitsapps hinzuweisen. „Vermutlich kommt das Thema, ähnlich wie es beim E-Rezept der Fall sein wird, bei Arzt und Patient an, wenn die Apps verfügbar sind und erste Erfahrungen vorliegen“, sagt Udo Sonnenberg, Geschäftsführer des BVDVA.

Digitale Apps im Kommen

Die verschreibungsfähigen Apps werden vielfältig sein und vom Diabetes-Tagesbuch, Rückenübungen bis zum Augentraining reichen. Laut Bitkom möchten 59 Prozent der Befragten solche Apps auf Rezept nutzen. 40 Prozent planen ihren Arzt aktiv nach den verfügbaren Apps zu fragen, was das Ergebnis der BARMER-Umfrage vervierfachen würde. Offen sind die Bürger auch für die Video-Sprechstunde mit einem Arzt oder Therapeuten, deren Nutzung sich laut Bitkom mit 13 Prozent verdreifacht hat. Doch 97 Prozent der Nutzer sprechen via Video-Sprechstunde mit dem eigenen, bereits bekannten Arzt. Nur 3 Prozent greifen über eine Online-Plattform auf unbekannte Ärzte zu. Fast alle Befragten (87 Prozent) fanden die Online-Sprechstunde positiv. „Natürlich ist und bleibt der persönliche Kontakt wichtig, aber aktuell erleben viele Patienten, dass digitale Angebote viel nützlicher und einfacher sind, als viele vorher dachten. Wir freuen uns auf die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens“, sagt Udo Sonnenberg.

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