Warum RX-Arzneimittel für Heimtiere nicht im Versandhandel?

Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium haben den Referentenentwurf für das neue Tierarzneimittelgesetz (TAMG) vorgestellt. Es wurde nötig, weil nach einer Verordnung der EU die Tierarzneimittel aus dem Arzneimittelgesetz (AMG) herausgenommen werden müssen. Der RX-Versand für Tierarzneimittel soll weiterhin verobten bleiben – doch wieso?

Die EU-Verordnung sieht nicht einmal eine Apothekenpflicht für Tierarzneimittel vor, doch im deutschen Gesetzesentwurf sollen die veterinärmedizinischen Produkte über eine neue Verordnung in apothekenpflichtig und nicht apothekenpflichtig eingeteilt werden. Die EU-Verordnung überlässt es zudem den Mitgliedsstaaten, ob RX-Tierarzneimittel national versendet werden dürfen oder nicht. Da sich in Deutschland der Human-Arzneimittelversand schon lange etabliert hat, wäre der logische Schritt, auch den Versand von Tierarzneimitteln zu erlauben – doch das ist bisher nicht geplant.

Es fehlen die Begründungen

In Deutschland gibt es lt. dem kommerziellen Statistik-Portal statista etwa 34 Millionen Haus- bzw. Heimtiere. Ihre Besitzer sollen offenbar weiterhin unnötige Wege in die Apotheke auf sich nehmen und könnten in Pandemiezeiten Kontakte nicht minimieren. Es ist sehr fragwürdig, warum ein so etablierter Mechanismus wie der Online-Versand von Humanarzneimitteln, der seit über 17 Jahren bestens funktioniert, nicht auch für Tierarzneimittel nicht gelten kann. Der BVDVA fordert die Freigabe für den Heimtiermarkt. Deutschland könnte hier mit einem guten Beispiel vorangehen.

Direkt zur politischen BVDVA-Stellungnahme (ist ans BMG verschickt worden) zum Thema: www.bvdva.de/veroeffentlichungen/positionen

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