Whitepaper der gematik TI 2.0

Die gematik hat mit dem Whitepaper „TI 2.0 – Arena für digitale Medizin“ Eckpunkte zur geplanten Weiterentwicklung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) vorgelegt. Die Umstellung auf die TI 2.0 soll bis zum Jahr 2025 erfolgen. Das Whitepaper benennt sechs zentrale Herausforderungen, die mit der Weiterentwicklung gelöst werden sollen:

  1. Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit im Identitätsmanagement
  2. Universelle Erreichbarkeit der Dienste und Services der TI
  3. Betriebsstabilität und adaptive moderne Sicherheitskonzepte
  4. Intersektorale und internationale Interoperabilität
  5. Datensouveränität bei verteilten Diensten
  6. Dienst- bzw. anwendungsübergreifende Integration von Daten

Relevanz für das Gesundheitswesen

Mit der TI 2.0 soll aus der “Autobahn für das Gesundheitssystem” – wie die gematik ihre Infrastruktur zu Beginn darstellte – eine Arena werden. Im ersten Schritt erhofft sich die gematik durch diese bildliche Umstellung eine engere Vernetzung und Interaktion der Akteure. Zudem erkennt die gematik an, dass sich die TI an den technischen Wandel in allen Lebensbereichen anpassen muss. Das äußert sich beispielsweise in der geplanten universellen Erreichbar­keit der Dienste durch Zugangsschnittstellen im Internet, die auch den mobilen Zugriff auf die TI-Anwendungen ermöglichen soll. Ebenso sollen Datenschutz und -sicherheit umstrukturiert werden. Es geht darum, die TI zukunftsfähig zu gestalten und das deutsche Gesundheitswesen durchgehend digital zu vernetzen. Das Konzept soll verschiedene Versorgungsszenarien abbilden und über die reine Leistungserbringung hinausgehen. Es gilt fortan, auch die Pflege und die digitalen Anwendungsanbieter einzubinden.

Konnektorunabhängiger Zugang zur TI

Ab Mitte 2022 werden die ersten Konnektoren ablaufen. Daher sollen in der ersten Phase der Migration zur TI 2.0 die Funktionen des Konnektors durch eine Übergangslösung ersetzt werden. Zur Sicherstellung eines unterbrechungsfreien Betriebs wird ein entsprechendes Lösungskonzept ab Anfang 2021 mit den Gesellschaftern und potenziellen Industriepartnern diskutiert und umgesetzt. Für Gesundheitsakteure oder deren Vertreter bieten sich kontinuierliche Stakeholder-Gespräche an, um über die weitere Spezifizierung informiert zu sein und ggf. eigene Expertise einbringen zu können. Dazu dient auch die geplante Veranstaltung im März.

TI Future Summit

Am 10. März veranstaltet die gematik den “TI Future Summit”. Bei dieser Digitalkonferenz werden sich Entscheider und Gestalter des digitalen Wandels aus medizinischer Versorgung, Wissenschaft und Forschung, Industrie und Start Up-Community über die nächsten Schritte der TI 2.0 austauschen.

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