IMS HEALTH: Absatz ausgewählter OTC-Arzneimittel bei Versandapotheken im ersten Quartal 2015

Der Apothekenmarkt erreicht im April 2015 ein Umsatzplus von rund 6 % und beläuft sich auf 2,7 Mrd. Euro (zum Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, inkl. Impfstoffe und Testdiagnostika). Es gingen 1 % mehr Packungen über die Apothekentheken bei gleicher Anzahl Arbeitstage wie im Vorjahresmonat. Das starke Mengenwachstum der beiden Vormonate wird nicht mehr erreicht, da die Erkältungswelle aktuell im Abklingen ist.

Während der gesamte Apothekenmarkt im ersten Jahresdrittel 2015 um 8 % zulegt, erreichen die führenden zehn Arzneimittelgruppen in Summe sogar ein Plus von 18 %. Neben den zweistellig wachsenden Gruppen der Anti-TNFProdukte und anti-neoplastisch wirksamen Proteinkinasehemmer verdankt sich die Marktentwicklung maßgeblich den neuen Therapien gegen Hepatitis C (antivirale Mittel excl. HIV, +275 %). Der Zuwachs in dieser Gruppe ist allerdings in gewisser Weise artifiziell, da im Jahr 2014 und Anfang 2015 erfolgte Neueinführungen zur Hepatitis C-Therapie zum Teil noch nicht ein Jahr am Markt sind.

Die starke Nachfrage im Bereich Erkältungsmittel, Schmerzmittel und Präparate zur Steigerung der Immunabwehr dominiert die Entwicklung innerhalb der nach Absatz führenden zehn Arzneimittelgruppen im Apothekenmarkt im kumulierten Zeitraum Januar bis April 2015. Von wenigen Ausnahmen abgesehen legen Präparategruppen zur Therapie von chronischen Erkrankungen wie Beta-Blocker oder Antirheumatika dagegen kaum zu. Die Absatzsteigerung im gesamten ersten Jahresdrittel beträgt 7 %.

Rezeptpflichtige Arzneimittel verbuchen im April 2015 ein Plus von 6 % (2,3 Mrd. Euro). Der Absatz stagniert bei einer roten Null. Durch die deutlich höheren Mengensteigerungen in den beiden Vormonaten liegt das Wachstum der Rx-Präparate im ersten Jahresdrittel insgesamt bei +2 %.

Die Nachfrage nach rezeptfreien Arzneimitteln ist zu Beginn des zweiten Quartals 2015 deutlich abgeschwächt. OTCPräparate wachsen um 4 % nach Wert und 2 % nach Menge. Verschiedene Erkältungsmittel sind weiterhin nachgefragt, die Steigerungsraten liegen allerdings nicht mehr so hoch, wie es in den Vormonaten der Fall war. Weitere Gruppen wie z.B. Mittel gegen Verstopfung, systemische Antihistamine und Schmerz- /Beruhigungsmittel verbuchen aktuell Absatzrückgänge.

Der Versandhandel steigert seinen Arzneimittelumsatz im aktuellen Monat um 8 % (68 Mio. Euro zum Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers (ApU)). 80 % dieses Umsatzes stammen aus dem Verkauf rezeptfreier Präparate, die im April um 11 % wachsen. Nach zwei Vormonaten mit einem Plus verbucht das Segment der rezeptpflichtigen Arzneimittel aktuell wieder 5 % Rückgang.

Die Mengenentwicklung im Versandhandel zeigt ein ähnliches Bild wie die Umsatzentwicklung: Insgesamt bestellten Verbraucher im April 2015 rund 8 Millionen Packungen Arzneimittel über den elektronischen/telefonischen Bestellweg (+8 %). Diese Steigerung wird durch ein 9%iges Plus bei OTC-Präparaten erreicht und gedämpft durch 12 % Verlust bei Rx-Arzneimitteln. Der Bereich rezeptpflichtiger Präparate verliert schon seit Längerem an Bedeutung für den Versandhandel. Der Grund dürfte im Rabattverbot von Rx-Präparaten und damit an fehlenden Kaufanreizen liegen.

Den gesamten IMS Health-Marktbericht für das 1. Quartal 2015 finden Sie hier.

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