Mehr Onlinehandel = Verkehrskollaps? Keineswegs!

Kann der wachsende Onlinehandel zum Verkehrsinfarkt in Deutschlands Großstädten führen? Das spezialisierte Beratungsunternehmen MRU hat im Auftrag des bevh (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.) eine aufschlussreiche Studie erstellt. Wir stellen die zentralen Ergebnisse kurz vor.

Klares Statement: Trotz des erheblichen Umsatzwachstums im Onlinehandel wird die Zustellung von Paketen nicht zum Verkehrskollaps in Deutschlands Großstädten führen. Das sind die Gründe:

  • Die Sendungsmenge ist prozentual deutlich geringer angestiegen als die Bestellumsätze.
  • Immer mehr Kunden außerhalb der Metropolen bestellen online.

Die Paketlieferverkehre sind in den Großstädten im Vergleich zum Jahr 2018 leicht gestiegen. Doch die gewerblichen Lieferungen an den stationären Einzelhandel oder die Gastronomie bleiben deutlich höher als die Paketzustellungen durch den Onlinehandel. Verkehrskonzepte sollten daher nicht den Onlinehandel als Sündenbock ausmachen, wenn sich beispielsweise im Hamburger Stadtgebiet die Carsharing-Fahrzeuge zwischen dem Jahr 2017 und 2019 fast verdoppelt haben (von 800 auf 1.500 Fahrzeuge) und die in Hamburg registrierten PKW im gleichen Zeitraum um 25.000 Fahrzeuge auf über 795.000 zunahmen. Zudem pendeln im genannten Zeitraum fast 30.000 Arbeitnehmer mehr mit dem Auto aus dem Umland nach Hamburg. Um den drohenden Verkehrsinfarkt in Ballungsräumen Herr zu werden, muss man nicht vorrangig am Lieferverkehr durch Onlinehandel ansetzen, sondern andere Maßnahmen ergreifen. Innovative Verkehrskonzepte lassen sich im Ausland finden.

Weitere Infos zu der Pressemitteilung.

Über die Logistik speziell für die digitale Gesundheitsversorgung wurde auch beim #bvdvaON diskutiert. Alle Aufzeichnungen der Podiumsdiskussionen und Panels finden Sie hier.

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