Hintergründe zum Arzneimittelversandhandel

Hintergründe zum Arzneimittelversandhandel

Berlin, 31. Oktober 2016 – Am Freitag vergangener Woche ließ das Bundesgesundheitsministerium vermelden, dass es den Weg eines Verbotes von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln favorisiere. Was die Verbraucher offenbar mehrheitlich wollen, lehnt der zuständige Minister ab. In der damit verbundenen Wochenendberichterstattung wurden viele Ungenauigkeiten über den geordneten, deutschen Arzneimittelversand berichtet. Hier ein Fak-ten-Check:

1. Zufriedene Kunden:
Die Verbraucher wünschen sich mehr Qualitäts- und Servicewettbewerb im Apothekenmarkt und lehnen das Versandverbot rezeptpflichtiger mehrheitlich Medikamente ab. Umfragen der GfK haben das in der Vergangenheit immer wieder bestätigt. Besonders chronisch Kranke und multimorbide Menschen schätzen aufgrund ihrer Immobilität die Bezugsmöglichkeiten über den Versandhandel. Laut Kundenmonitor Deutschland belegen Versandapotheken bei der Kundenzufriedenheit zudem einen Spitzenplatz: Auf einer Skala von 1-4 liegen die Versandapotheken 2015 in der Bewertung mit Optikern gleich auf bei 1,78.

2. Es gibt kein Massensterben von Apotheken:
Der Rückgang der Apothekenzahlen in Deutschland seit Einführung des Arzneimittelversandhandels 2004 ist rein strukturell. Ein „Massensterben“ hat es nie gegeben. 2004 gab es laut statistischem Bundesamt 21.392 öffentliche Apotheken. Im Jahr 2015 waren es 20.249.

3. Versorgungsstruktur wird gestärkt:
Der Versandhandel unterstützt mit Vollsortiment die Versorgungssicherheit. Schon heute ist die Präsenzapotheke in ländlichen Gebieten nicht immer vertreten, wenn insbesondere die medizinische Versorgung ausgedünnt ist. Hier leisten die Versandapotheken einen wichtigen Beitrag zur flächendeckenden Versorgung. Deutsche, zugelassene Versandapotheken sind immer an eine Präsenzapotheke gebunden, beteiligen sich über diese an den Not- und Nachtdiensten und zahlen entsprechend in den dafür vorgesehenen Fonds ein.

4. Wettbewerbsbereicherung und niederschwelliger Einstieg:
Warum wird mit allen Mitteln versucht, einer jungen, mittelständisch geprägten und innovativen Branche wie dem Arzneimittelversandhandel Steine in den Weg zu legen? Gegen einen fairen Wettbewerb mit attraktiven Preisen für die Kunden, kann niemand ernsthaft sein. Deutsche Versandapotheken bieten ihren Kunden einen barrierefreien Zugang zu einem wichtigen Gut: dem Arzneimittel. Sie erfüllen ihre Beratungspflichten und garantieren einen sicheren und nachprüfbaren Bezugsweg.

5. Digitalisierung:
Versandapotheken sind Vorreiter im Bereich E-Health. Spezielle, individualisierte Serviceprogramme für chronisch Kranke, digitale Medikationspläne und der niederschwellige Zugang zu Arzneimittelinformationen sind jetzt bereits Realität.

Über den BVDVA
Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ist seit 2004 Interessenvertreter und Dienstleister der zugelassenen deutschen Versandapotheken und schützt deren beruflichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen. Der BVDVA arbeitet auf Landes- und Bundesebene und engagiert sich für die Sicherstellung einer hohen Qualität der pharmazeutischen Versorgung im Arzneimittelversandhandel, wobei die bestmögliche pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten im Fokus steht.

Rückfragen: presse(at)bvdva.de – Udo Sonnenberg | http://www.bvdva.de/aktuelles/presse
Pressematerial (Logos, Fotos): http://www.bvdva.de/veroeffentlichungen/fotodatenbank

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