In der Stadt sind Apotheken lukrativer

Serie: Arzneimittelversorgung in Deutschland, Teil 7

Versand ergänzt Versorgung auf dem Land

Berlin, 6. Dezember 2016. In Deutschland sind Apotheken meist dort, wo die Ärzte sind. Die Kombination aus Festvergütung für Arzneiabgabe und Beratung sowie die Niederlassungsfreiheit für Apotheken trägt dazu bei, dass sie sich bevorzugt dort ansiedeln, wo die verschreibenden Ärzte sind, um den Gewinn zu erhöhen. Zur flächendeckenden Versorgung – auch auf dem Land – trägt das nicht zwingend bei. Will man die Ansiedlung von Apotheken in dünnbesiedelten Regionen fördern, liegt der Schlüssel in der Ansiedlung von Ärzten und einer besseren Honorierung von Nacht- und Notdienst. Auch Versandapotheken sind jetzt schon ein unverzichtbarer Baustein in der Versorgung auf dem Lande.

System sollte der neuen Situation angepasst werden

Deutsche Apotheker erhalten eine Festvergütung pro Arzneipackung und wenige Prozente vom Arzneimittelpreis als Vergütung. Nacht- und Notdienste werden extra bezahlt. Das bedeutet, je mehr Kunden, desto mehr Umsatz. Durch die Niederlassungsfreiheit für die Apotheken ziehen sie in die begehrten Lagen nahe bei Ärztehäusern. Am Preis der verschreibungspflichtigen Medikamente selbst dürfen die Apotheker derzeit nichts ändern. Somit können Apotheken Effizienzvorteile nicht an Verbraucher und Krankenkassen weitergeben.

Preiswettbewerb als Anreiz

In der aktuellen Diskussion um Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente, die derzeit nur ausländische Versandapotheken gewähren dürfen, wird oft ein Argument ins Rennen geworfen: Sollte die Festpreisregelung für Medikamente in Deutschland aufgehoben werden, ist die Versorgung gefährdet. Bereits dem Europäischen Gerichtshof (EUGH), fehlten für diese Behauptung die Beweise. Das Argument baut eher auf Emotionen und ist so alt wie alle den Apothekenmarkt betreffenden Reformen. Wir haben heute etwa so viele Apotheken wie 1990. Wer einen Preiswettbewerb bei verschreibungspflichtigen Medikamenten – am besten mit Höchstpreisen – zulässt, entkoppelt die Abhängigkeit der Apotheke von der in der Nähe liegenden Arztpraxis, weniger wettbewerbsintensive Lagen auf dem Lande würden attraktiver werden und man würde somit auch die gute Beratung in die Fläche bringen. Denn die Beratung wird in Deutschland, entgegen der Praxis in manch anderem EU-Land, nicht gesondert honoriert.

Über den BVDVA
Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ist seit 2004 Interessenvertreter und Dienstleister der zugelassenen deutschen Versandapotheken und schützt deren beruflichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen. Der BVDVA arbeitet auf Landes- und Bundesebene und engagiert sich für die Sicherstellung einer hohen Qualität der pharmazeutischen Versorgung im Arzneimittelversandhandel, wobei die bestmögliche pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten im Fokus steht.

Rückfragen: presse(at)bvdva.de – Udo Sonnenberg | http://www.bvdva.de/aktuelles/presse
Pressematerial (Logos, Fotos, Grafiken): http://www.bvdva.de/veroeffentlichungen/fotodatenbank

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