ABDA und DIE LINKE wettern gegen Europa und glänzen nicht mit Sachkenntnis über den deutschen Arzneimittelversandhandel

Berlin, 9. Dezember 2016. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) lanciert eine europakritische Kampagne und will damit von notwendigen Veränderungen in Deutschland ablenken. Die Bundestagsfraktion der Linken beweist mit ihrem Antrag „Gute und wohnortnahe Arzneimittelversorgung“ (Drucksache 18/10561) einmal mehr, wie wenig Sachkenntnis im Zusammenhang mit dem regulierten und geordneten Arzneimittelversandhandel in Deutschland vorhanden ist. Anstatt die Vorteile und Chancen des Arzneimittelversandhandels auch mit verschreibungspflichtigen Medikamente aufzuzeigen und Patienten Sicherheit zu vermitteln, werden Ängste geschürt und Unwahrheiten verbreitet.

Bei der ABDA wittert man die gefährlichen Einflüsse von außen, wirft der EU-Kommission Vergesslichkeit in Bezug auf das Subsidiaritätsprinzip vor und wähnt gar das deutsche Gesundheitssystem in Gefahr – geht es eventuell auch eine Nummer darunter?

„Wir haben es hier mit einer interessanten Vermischung von falsch verstandener Europa-Kritik und einem Verharrungsvermögen in überholten Strukturen zu tun“, sagt Udo Sonnenberg, der Geschäftsführer des BVDVA. „Das Wiederholen falscher Argumente macht diese einfach nicht richtiger. Wenn man die europäischen Entwicklungen und Vorzüge nur akzeptiert, wenn es einem passt, dann ist das eher Rosinenpicken als das, was man den deutschen Versandapotheken vorwirft“, macht Sonnenberg deutlich.

Patienten und Kunden des deutschen Arzneimittelversandhandels fühlen sich erstklassig beraten. Das ist auch deshalb möglich, weil speziell ausgebildete Teams in ganz anderem Umfang Fachwissen vorhalten können als wenige Angestellte einer Vor-Ort-Apotheke. Ein beispielgebendes Qualitätsmanagement sorgt zudem für eine gesteigerte Arzneimitteltherapiesicherheit.

Arzneimittelfälschungen kommen nicht durch den Arzneimittelversandhandel in Umlauf. Deutsche Versender haben die gleichen Bezugsquellen, wie alle Apotheken: Den pharmazeutischen Großhandel und die pharmazeutischen Hersteller.

Versandapotheken sind jetzt schon ein unverzichtbarer Baustein in der Versorgung auf dem Land. Der EuGH hat festgestellt, dass mehr Preiswettbewerb unter den Apotheken die gleichmäßige Versorgung mit Arzneimitteln fördern würde und Anreize zur Niederlassung in ländlichen Gegenden setzen würden. In Deutschland herrscht Niederlassungsfreiheit. Da wird ganz klar nach ökonomischen Aspekten entschieden: Wo sind die Ärzte, die verordnen und wo ist eine möglichst günstige Lage für Laufkundschaft. Der einzige ausgleichende Faktor kann der Nacht- und Notdienst sein. Versandapotheken leisten über ihre Präsenzapotheken physisch Dienst und zahlen überproportional in den Nacht- und Notdienstfonds ein. Die Erstattung aus dem Fonds für diese Dienste zu erhöhen, kann Anreiz sein, sich in der Fläche niederzulassen und damit die Versorgung zu sichern.

Das ist aus BVDVA-Sicht ein solidarisches Miteinander: Die starken Schultern tragen die Schwachen. Wer viele Arzneimittel umsetzt – dazu gehört der Versandhandel – zahlt überproportional viel in den Fonds ein aus dem dann andere unterstützt werden.

 

Über den BVDVA
Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ist seit 2004 Interessenvertreter und Dienstleister der zugelassenen deutschen Versandapotheken und schützt deren beruflichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen. Der BVDVA arbeitet auf Landes- und Bundesebene und engagiert sich für die Sicherstellung einer hohen Qualität der pharmazeutischen Versorgung im Arzneimittelversandhandel, wobei die bestmögliche pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten im Fokus steht.

Rückfragen: presse(at)bvdva.de | http://www.bvdva.de/aktuelles/presse
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