Deutsche Apotheken werden weiter diskriminiert | BGH urteilt: Keine Bonbons zu verschreibungspflichtigen Medikamenten mehr

Berlin, 11. Juni 2019. Alle deutschen Bürger kennen und schätzen das: Man holt das Arzneimittel auf Rezept in der Apotheke ab und erhält ein Päckchen Taschentücher oder Halspastillen dazu. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit einem neuen Urteil nun verboten. Er möchte den Wettbewerb zwischen Apotheken verhindern: Die Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten sei strikt einzuhalten.

Doch Versandapotheken aus dem EU-Ausland dürfen weiter Zugaben und Boni bieten. „Mit seinem Urteil zementiert der BGH die sogenannte Inländerdiskriminierung. Unternehmen im EU-Ausland ist erlaubt, was deutschen Apotheken verboten ist: Sie dürfen Kunden mit kleinen Zugaben und Boni binden. Wir hier nicht“, empört sich Christan Buse, Apotheker und Vorsitzender des BVDVA.

Die Politik muss endlich wettbewerbliche Elemente zulassen. Wettbewerb zwischen Apotheken mit Sitz in Deutschland will der BGH mit seinem Urteil unterbinden. Dabei ist der Wettbewerb in dieser Branche wie bei jeder anderen auch eine Triebfeder für Innovationen. „Hier wird eine rückwärtsgewandte Politik betrieben, denn wettbewerbliche Elemente sind der Versorgungsqualität zuträglich. Auch die Digitalisierung würde hierdurch angetrieben werden. Die Politik sollte nicht noch länger zögern und einen regulierten Wettbewerb endlich zulassen. Wir agieren in einem Wirtschaftsraum mit EU-Apotheken, rein nationales Denken blockiert die europäische Idee“, führt Buse weiter aus.

Der BVDA hat schon vor einiger Zeit eine Alternative zur heutigen Festpreissystematik auf den Tisch gelegt. Es handelt sich um eine Höchstpreisverordnung, die wettbewerbliche Spielräume bietet und sich an einen Gesetzesantrag aus dem Jahr 2006 anlehnt (Bundestagsdrucksache 16/3100). Die Arzneimittelpreise sollen nach oben hin gedeckelt sein und nach unten in einem Korridor verlaufen: Das heißt, die Lutschbonbons sind weiter erlaubt, doch die Zugaben dürfen nicht ins Unvertretbare steigen. Gleichzeitig würden Verbraucher vor überzogenen Preisen geschützt.

Über den BVDVA

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ist seit 2004 Interessenvertreter und Dienstleister der zugelassenen deutschen Versandapotheken und schützt deren beruflichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen. Der BVDVA arbeitet auf Landes- und Bundesebene und engagiert sich für die Sicherstellung einer hohen Qualität der pharmazeutischen Versorgung im Arzneimittelversandhandel, wobei die bestmögliche pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten im Fokus steht.

Rückfragen: presse(at)bvdva.de – Udo Sonnenberg | http://www.bvdva.de/aktuelles/presse

Pressematerial (Logos, Fotos, Grafiken): http://www.bvdva.de/veroeffentlichungen/fotodatenbank

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