Petition gegen den Wandel im Apothekenmarkt: Rückschritt gewollt?

Berlin, 27. Januar 2020 | Heute im Laufe des Vormittags wird der 20-jährige Pharmaziestudent Benedikt Bühler im Petitionsausschuss des Bundestages zu seiner Petition für ein Verbot des Rx-Versandhandels befragt. Dabei ist das Thema schon länger vom Tisch. Auch der Apothekerverband ABDA unterstützt Bühlers Petition nicht.

Dabei besteht aktuell tatsächlich eine Ungleichheit zwischen deutschen und europäischen Apotheken. Die europäischen Apotheken dürfen nach einem Urteil des EuGH Boni gewähren, was allen deutschen Apotheken verboten ist – auch den Versandapotheken. Die Lösung des seit Jahren bestehenden Konflikts liegt aber nicht in einem Verbot, sondern beispielsweise einer Höchstpreisverordnung für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Schließlich wollen die deutschen Bürger Umfragen zufolge den Arzneimittelversand und nutzen ihn seit 15 Jahren.

„Allein die von Bühler unausgesprochene Annahme, dass Versandapotheken eine flächendeckende Arzneimittelversorgung und Arbeitsplätze gefährden, ist schlichtweg falsch. Versandapotheken stärken die Versorgung gerade auf dem Land und haben schon viele Arbeitsplätze geschaffen“, sagt Christian Buse, Vorstand des BVDVA und Apotheker. „Dabei ist eigentlich klar: Die Vor-Ort- und Versandapotheken ergänzen sich sehr gut“.

Eigennutz vs. Europa

Die Fachzeitschrift PTA heute schrieb kürzlich, dass es Bühler, der in Budapest Pharmazie studiert, auch um seine eigene Zukunft gehe. Anstatt die Zukunft aber in Verboten und der Vergangenheit zu suchen, ist es an der Zeit, konstruktiv eine gemeinsame europäische Lösung zu finden.

Da gerade Bühler vom europäischen Gedanken profitiert, ist sein Kampf gegen die europäische Rechtsprechung schwer nachvollziehbar: Genauso wie junge Leute überall studieren können, Freizügigkeit mit Blick auf den Arbeitsplatz herrscht, genauso ist es mit digitalen Angeboten und Warenströmen jeglicher Art: Sie sollten nicht an einer administrativen Grenze Halt machen. Der Arzneimittelversand gehört zum gesunden Wandel im Rahmen der digitalen Transformation des Gesundheitswesens, den Deutschland so dringend braucht.

 

Über den BVDVA
Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ist seit 2004 Interessenvertreter und Dienstleister der zugelassenen deutschen Versandapotheken und schützt deren beruflichen, wirtschaftlichen und politischen Interessen. Der BVDVA arbeitet auf Landes- und Bundesebene und engagiert sich für die Sicherstellung einer hohen Qualität der pharmazeutischen Versorgung im Arzneimittelversandhandel, wobei die bestmögliche pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten im Fokus steht.

Rückfragen: presse(at)bvdva.de – BVDVA-Geschäftsstelle | www.bvdva.de/aktuelles/presse.

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