Checkliste Versandapotheke – Zehn Punkte für die Entscheidungsfindung

Als Inhaber einer Apotheke wollen Sie Produkte online vertreiben und stehen nun vor der Aufgabe, die einzelnen Puzzlesteine zu einem möglichst vollständigen Bild zusammenzusetzen?

Wir haben nachfolgend die wichtigsten Punkte zusammengestellt, damit Sie sich einen ersten Überblick verschaffen können.

1. Versandhandelserlaubnis

Die erteilte Versandhandelserlaubnis ist die Voraussetzung für den Betrieb eines Online-Shops einer öffentlichen Apotheke in Deutschland. Da es je nach Bundesland aufgrund von verschiedenen Anforderungen unterschiedlich lange dauert, bis die Erlaubnis erteilt wird, raten wir zur rechtzeitigen Beantragung, am besten schon vor Inbetriebnahme des Shops. Bitte fragen Sie bei der für Sie zuständigen Aufsichtsbehörde nach. Teilweise wird die Vergabe der Erlaubnis auch an Auflagen geknüpft, insofern ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme wichtig, um die Kriterien zu erfragen.

2. Name, Logo und Design

Wir empfehlen Ihnen, sich zu überlegen, ob der Shop unter dem Namen Ihrer Apotheke oder unter einem eigenen Namen betrieben werden soll. Bei einem eigenständigen Namen sollten Sie Ihren Wunschnamen rechtzeitig auf Marken- und Wettbewerbskollisionen überprüfen lassen. Sinnvoll ist es auch, möglichst alle Domain-Varianten anzumelden (apotheke-ludwig.de, apothekeludwig.de usw.) Es empfiehlt sich, den Namen als Marke schützen zu lassen. Ein aussagekräftiges Logo und ein unverwechselbares Design des Online-Shops tragen entscheidend zur Akzeptanz und auch zur Professionalität bei und schaffen die Basis für das Vertrauen Ihrer Online-Kunden.

3. Auswahl des Shopsystems

Jeder Apothekenshop hat im Vergleich zu Shops anderer Branchen grundsätzlich die Besonderheit, dass im Shop ein umfangreiches Sortiment an Produkten angeboten wird, in der Regel sind das einige Tausend Artikel. Zudem gibt es viele Vorschriften, die beachtet werden müssen, damit man nicht Ziel einer Abmahnung wird. Auch der Preisänderungsdienst alle 2 Wochen sowie das Versandverbot etlicher Produktgruppen sind zu beachten. Es empfiehlt sich deshalb die Auswahl eines Dienstleisters, der bereits Erfahrungen im Betrieb von Apothekenshops vorweisen kann und mit den Besonderheiten einer Versandapotheke vertraut ist.

4. Strukturierung der Rubriken und Zuordnung der PZNs

Überlegen Sie, welche Rubriken und Unterrubriken Ihr Apotheken-Shop bieten wird und welche PZNs dort vorkommen. Wenn Sie die ADBA-Datenbank verwenden, finden Ihre Kunden über die Suche zwar fast viele Produkte, aber Kunden klicken sich auch gerne durch Ihren Shop und "stöbern". Ein gut gepflegter Sortimentskatalog ist insofern recht wichtig, da Kunden oft über einzelne Produkte in Ihren Shop kommen (z. B. über eine Preissuchmaschine) und dann zusätzliche Produkte kaufen, um über die Versandkostenfreigrenze zu kommen.

5. Anfrage bei Großhändlern wegen Lagerlisten und Bestell-Vorbereitung

Viele Shopsysteme können von Großhändlern automatisch Lagerlisten in Ihren Shop einlesen, damit nur wirklich lieferbare Produkte geführt werden. Diese Option bitte bei Ihren Großhändlern anfragen. Evtl. kann Ihr Großhändler die späteren Bestellungen bereits für den Versand bei Ihnen vorbereiten – dies ist in der Regel jedoch aufpreispflichtig.

6. Abklärung rechtlicher Aspekte wie Geschäftsbedingungen und Impressum

Lassen Sie sich bei einem Fachanwalt für Online-Recht beraten, damit Sie Fallstricke und kostenpflichtige Abmahnungen von vorneherein vermeiden. Wir verweisen hier auf die Suche nach "versandapotheke rechtliche voraussetzungen" bei Google.

7. Welche Zahlungsweisen wollen Sie im Shop anbieten?

Wichtig ist eine rechtzeitige Entscheidung über die im Shop angebotenen Zahlarten. Kreditkartenzahlungen sollten Sie nur über einen Zertifizierten Zahlungsanbieter im Shop einbinden, niemals Kreditkartenzahlungen selbst erfassen. Kreditkarten und Lastschriften sollten sinnvollerweise online direkt beim Bestellvorgang bearbeitet werden. Für Kreditkartenzahlungen ist eine Kreditkartenakzeptanz Voraussetzung. Bei Lastschriften müssen Sie für ELV freigeschaltet werden. Unser Tipp: Beantragen Sie rechtzeitig die Kreditkartenakzeptanz (z.B. über Ihre Hausbank oder beispielsweise Acceptance). Sollten Sie Zahlarten mit erhöhten Zahlungsausfallrisiken wie beispielsweise Lastschrift oder offene Rechnung anbieten wollen, sollten sie prüfen, diese ggf. mit einer Online-Bonitätsprüfung zu koppeln, um Ausfallrisiken zu senken.

8. Bildmaterial, rechtssichere Abbildungen der Produkte

Sorgen Sie dafür, dass Sie oder Ihre Mitarbeiter nur Bildmaterial im Shop verwenden, für das Sie vom Urheber eine Erlaubnis erhalten haben oder welches durch Sie selbst angefertigt wurde. Letztlich haften Sie als Betreiber für alle Inhalte Ihres Online-Shops selbst. Es gibt kommerzielle Anbieter für Medikamentenabbildungen.

9. Interne Logistik: Verpackung, Kontrolle, Versand

Der Aufwand für die Logistik wird oft unterschätzt. Planen Sie rechtzeitig alle internen logistischen Prozesse wie Packen, Bestellungen und Versand, so dass Sie für Start und Expansion gut gerüstet sind. Spielen Sie vor dem Online-Start alle Eventualitäten durch, damit später alle Abläufe sitzen und Sie nicht beim Ausliefern Verzögerungen und damit Unzufriedenheit bei Ihnen Kunden erzeugen.

Hinweis: Laut aktueller Rechtsprechung darf kein ungelerntes Personal zum Verpacken der Arzneimittel eingesetzt werden. Unter Berufung auf § 1a Abs. 2 ApBetrO und § 3 Abs. 5a Satz 1 ApBetrO darf nur pharmazeutisches Fachpersonal eingesetzt werden.

10. DIMDI-Gütesiegel

Das DIMDI-Gütesiegel (Deutsches Versandapothekenregister) wird ab Ende Juni 2015 durch ein EU-einheitliches Register ersetzt – DIMDI ist jedoch weiterhin für Beantragung und Vergabe in Deutschland zuständig. Apotheken mit Versanderlaubnis sollten sich beim DIMDI registrieren, nur dann sind sie befugt, das Gütesiegel im Shop zu führen (www.dimdi.de). Diese zehn Punkte sollen als erste Anhaltspunkte für Ihre Entscheidungsfindung dienen, damit Sie sich einen Überblick verschaffen können. Selbstverständlich sind die hier genannten Punkte weder vollständig noch als Beratung in Rechtsdingen zu verstehen. Als Agentur für eCommerce-Projekte berät Centalus Apotheken in allen Belangen der digitalen Welt. Bei Fragen oder weiteren Wünschen können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen:

Centalus Media GmbH | www.centalus.de | Tel: 030-577 03 90 90
Ihr Ansprechpartner: Carsten Ussat

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