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Daten und Fakten

Arzneimittelversandhandel für rezeptpflichtige und OTC-Arzneimittel in Deutschland

Marktdaten

Über 3.000 Apotheken in Deutschland haben eine Versandhandelserlaubnis. Davon betreiben 6% (ca. 150) einen ernstzunehmenden Versandhandel. Insgesamt gibt es ca. 20.000 öffentliche Apotheken in Deutschland.[1]
Kommentar:Gut 15% aller stationären Apotheken haben also eine Erlaubnis für den Arzneimittelversand. Zugelassene, deutsche Versandapotheken sind immer auch vollwertige Vor-Ort-Apotheken. 

31 Mio. Kunden (55% aller Internetnutzer) haben 2016 ihre Arzneimittel in Versandapotheken bestellt. [2]
Kommentar: 2015 waren es 49% und 2012 nur 30% aller Internetnutzer mit einer Gesamtzahl von 27 Millionen respektive 16 Millionen Kunden.

Versandapotheken stehen für höchste Kundenzufriedenheit: mit einem Wert von 1,78 liegen Sie an der Spitze der Zufriedenheitsskala des "Servicebarometers 2015".[3]
Kommentar: diese Kundenzufriedenheit veräußert sich auch in der Anzahl der Bestellung: laut Bitkom bestellen rund 40% aller Käufer nicht nur einmal, sondern "regelmäßig".

 

Rezeptpflichtige Arzneimittel

Rezeptpflichtige Arzneimittel machten 2016 im gesamten Apothekenmarkt inklusive Versandhandel die Hälfte der abgegebenen Packungen aus, wobei sie gleichzeitig den größten Umsatzanteil (45,07 Milliarden Euro) generierten. [4]

170816 Apothekenumsatz BAH

1.556 Mio. Euro Umsatz mit nicht rezeptflichtigen Medikamenten haben Versandapotheken in 2016 erzielt. [5]
Kommentar: der Apothekenmarkt insgesamt verzeichnete 2016 in diesem Teilbereich einen Umsatz von 8396,5 Mio. Euro.

170816 Marktstruktur OTC 2016

 

OTC-Arzneimittel

15 % OTC Anteil hatten die Versandapotheken in 2016. [6]
Kommentar: OTC bedeutet „Over the Counter“ und bezeichnet rezeptfreie Produkte.

17 %, oder 1,6 Mrd. Euro, Umsatzanstieg mit rezeptfreien Arzneimitteln und Gesundheitsmitteln in Versandapotheken im Jahr 2016. [7]
Kommentar: in stationären Apotheken ist der Umsatz im Vergleichszeitraum um 1,6% gestiegen.

14 % Anstieg der verkauften Packungen im OTC-Markt über den Versandhandel im Jahr 2016.[8]
Kommentar: im Jahr 2016 wurden insgesamt 1,4 Mrd. Packungseinheiten (Rx und OTC) verkauft, mit einem Wachstum von 0,8% gegenüber dem Vorjahr.

 

 

110 % Umsatzanstieg bis in das Jahr 2020 prognostizieren Experten dem Arznei-Versandhandel. [9]
Kommentar: Marktanteil rezeptfreier Arzneimittel soll bis 2020 auf 17 Prozent steigen.

5,4 % der Versandapotheken betreiben einen aktiven Online-Apothekenversandhandel. [10]
Kommentar: Nur geringer Teil der Apotheken mit Versanderlaubnis betreiben Arzneiversandhandel als Kerngeschäft.

Die Mitglieder des BVDVA stehen für über 50% des Umsatzes von rezeptfreien Arzneimitteln und nicht Arzneimitteln. [11]
Kommentar: Insgesamt bestimmen 20-30 große Versandhandelsapotheken 90% des Umsatzes mit rezeptfreien Arznei- und nicht Arzneimitteln.

 

Meinungsbild eHealth

Über 40% der Bundesbürger kaufen ihre Medikamente bereits online bei Versandapotheken. [12]
Kommentar: bei den 35 bis 44-jährigen sind es sogar 49%.

Als größte Barrieren für den Versandhandel wird die Dringlichkeit des Erhalts der Medikamente und die damit verbundene Komplexität des Einreichens eines Papier-Rezepts beim Rx-Versand gennant. [13]
Kommentar: wenig überraschend sehen 32% der Bürger es als erste Priorität, dass Einreichen des Rezepts zu vereinfachen.

63% der Patienten in Deutschland würden ein Online-Rezept nutzen, wenn es angeboten werden würde. 65% erachten das digitale Rezept als "sehr hilfreich". [14] 

Klare Vorteile des eRezepts sind für potentielle Nutzer vor allem die Umweltfreundlichkeit (52%), der Wissensaustausch zwischen Arzt und Apotheker (34%), der Komfort (23%), sowie die Therapiesicherheit (19%)[15]

160414 Digitale Ges TK Studie

 

Daten zum BVDVA-Kongress

Kerndaten des BVDVA-Kongresses: 320 Teilnehmer, 50 Mitglieder, 36 Referenten, 15 Aussteller & Sponsoren, 7 Medienpartner. [16]

Die Referenten des Kongress verteilten sich auf 25% Dienstleister, 21% (Versand-) Apotheker, 17% Politik, 17% Forschung, 12% Recht und 8% Sonstige. [17]

Die Industrie war mit 38% größte Teilnehmergruppe des BVDVA-Kongresses, dicht gefolgt von Dienstleistern (32%) und Versandapothekern (22%). [18]

 160623 BVDVA Teilnehmer

Quellen:

[1]Deutsches Institut für Medizinische Information und Dokumentation, Versandapothekenregister (www.dimdi.de) | statista, "Statistiken und Studien zu Apotheken in Deutschland", 2016

[2] Bitkom, Repräsentative Umfrage, November 2016

[3] Servicebarometer AG, "Kundenmonitor® Deutschland 2015"

[4] Bundesverband der Arzneimittelhersteller, "Arzneimittelmarkt in Deutschland 2016"

[5]QuintilesIMS, 2016 sowie Apotheke+Marketing

[6]QuintilesIMS, vom 27.03.2017

[7]IMS Health Marktbericht, "Entwicklung des deutschen Pharmamarktes im Dezember 2016 und im Jahr 2016"

[8] IMS Health Top-Chart, "Der Gesundheitsmarkt in Deutschland", 01/2016

[9]The Nielsen Company, Vortrag anlässlich des 5. BVDVA Kongresses in Berlin,
http://www.bvdva.de/bvdva- kongress/vortraege.html

[10]Studie: Online Apothekenversandhandel 2013, Hrsg. Dr. Alfried Große, Essen (im Auftrag von Mauve Mailorder Software)

[11] IMS Health, 2016

[12] BVDVA & Yougov, "Stimmungsbild zu Versandapotheken", Mai 2016

[13] BVDVA & Yougov, "Stimmungsbild zu Versandapotheken", Mai 2016

[14] Studie: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Digitale Gesundheit in Deutschland, jamenda in Zusammenarbeit mit der Forwardadgroup

[15] BVDVA & Yougov, "Stimmungsbild zu Versandapotheken", Mai 2016

[16] - [18] Daten basierend auf dem BVDVA-Kongress 2016, "#bvdva16" 

 

 

Fakten zum Arzneimittelversandhandel in Deutschland

Was ist eine Versandapotheke?

Zugelassene, deutsche Versandapotheken sind Apotheken, die eine gesonderte Versanderlaubnis nach § 11a Apothekengesetz besitzen. Sie unterliegen den gleichen rechtlichen Anforderungen und Kontrollmechanismen wie traditionelle Vor-Ort-Apotheken.

Ihre Aufgaben sind: die qualitative, quantitative und wohnortnahe Arzneimittelversorgung der Bevölkerung, das Vorhalten eines Vollsortiments und eines Notfalldepots, die Beteiligung am Nacht- und Notdienst sowie die pharmazeutische Beratung und Betreuung ihrer Kunden.

Zugelassene deutsche Versandapotheken:

  • kooperieren mit Krankenkassen und rechnen mit diesen ab
  • versenden keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel ohne Rezept
  • betreiben keine Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel
  • prüfen bei jeder Bestellung Wechselwirkungen und Doppelverordnungen
  • sind nach ISO 9001 zertifiziert
  • sind im Versandapothekenregister des DIMDI registriert
  • verfügen über eine Versandhandelslizenz
  • informieren und beraten ihre Kunden per Telefon, Post oder E-Mail
  • verfügen über Systeme zur Meldung und Abwehr von Arzneimittelrisiken
  • besitzen ein vollständiges Impressum mit Adresse, zuständiger Behörde und verantwortlichem Apotheker auf ihrer Website.

Fazit: Zugelassene, deutsche Versandapotheken sind stets vollwertige Vor- Ort-Apotheken mit einer Versandhandelserlaubnis. Sie sind Mitglieder der Apothekerkammern und finanzieren diese mit ihren Beiträgen.

 

Seit wann ist der Arzneimittelversandhandel in Deutschland erlaubt?

Der Arzneimittelversandhandel ist seit 2004 in Deutschland zugelassen (§ 43 Abs. 1 AMG).

Seit dem Jahr 2011 ist auch der Versand von Arzneimittel für Tiere, die nicht der Lebensmittelgewinnung dienen, gesetzlich zugelassen (§ 43 Abs. 5 AMG).

 

Wie viele Versandapotheken gibt es in Deutschland?

Stand Februar 2013 haben 3.010 der rund 20.900 öffentlichen Apotheken die Zulassung als Versandapotheke erhalten.

 

Gibt es das Bild der „klassischen Versandapotheke“?

Es gibt keine „typische“ Versandapotheke. Vielmehr bieten die Versandapotheken ein heterogenes Bild: Der Großteil betreibt den Versandhandel lediglich als Zusatzgeschäft, wir bezeichnen sie als Nebenerwerbs-Versandapotheker.

Größere Versandapotheken beschäftigen 100 und mehr Mitarbeiter und weisen Charakteristika mittelständischer Unternehmen auf. Zusätzlich bilden sich Spezialisten heraus, die sich auf die Versorgung und Betreuung einzelner Patientengruppen konzentrieren (Indikationsspezifische Versandapotheken).

 

Wie viele Kunden kaufen bei Versandapotheken?

Mehr als 40% aller Bundesbürger kaufen ihre Medikamente online über Versandapotheken, dies ergab eine im Auftrag des BVDVA erstellte Studie des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Mai 2016. Mehr als 16 Millionen Bundesbürger haben bereits frei verkäufliche oder apotheken- und verschreibungspflichtige Arzneimittel bei Versandapotheken bestellt. Das sind 30 Prozent aller Internetnutzer. Anfang 2011 waren es erst 9 Millionen. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM aus dem Februar 2013 hervor. Vor allem Frauen nutzen Versandapotheken: Jede dritte Internetnutzerin (33 Prozent) hat bereits Medikamente im Web bestellt, bei den Männern sind es 27 Prozent. (BitKom Pressemitteilung, Feb. 2013)

 

Kann jeder Offizin-Apotheker Versandapotheker werden?

Jeder Apothekeninhaber in Deutschland kann eine Versandapotheke betreiben, wenn er die Genehmigung der zuständigen Behörde erhalten hat. Die erforderlichen Voraussetzungen für den wirtschaftlich sinnvollen Betrieb einer Versandapotheke müssen überlegt sein: Wer im größeren Volumen tätig sein will, benötigt große Logistikflächen, einen großen Mitarbeiterstab sowie ein über den klassischen Apothekenbetrieb hinaus gehendes notwendiges Know-how. Das wiederum erfordert Investitionen und Engagement, die nicht jeder Apotheker resp. Marktteilnehmer erbringen kann oder möchte.

Das Risiko liegt vor allem darin, keinen ausreichend großen Marktanteil zu gewinnen, um die hohen Investitionen wieder einzunehmen.

Auf der anderen Seite ist das wesentliche Strukturelement einer Versandapotheke zugleich ihr Vorteil: aus einer einzigen Versandeinheit können große Kundengruppen mit Arzneimitteln versorgt und hierüber Skaleneffekte realisiert werden. Während das Einzugsgebiet einer lokalen Apotheke über ca. 3.500 potenzielle Käufer verfügt, hat die Versandapotheke potenziell ein bundesweites Einzugsgebiet von 82 Millionen Menschen.

 

Woran erkennen Sie seriöse Versandapotheken?

Anhand der Internetpräsenz kann der Verbraucher die Seriosität des Anbieters feststellen: Seriöse Anbieter geben im Impressum die volle Postanschrift, den Namen des verantwortlichen Apothekers, die zuständige Aufsichtsbehörde sowie die zuständige Apothekerkammer an. Die zugelassenen Versandapotheken sind auf der Website des Deutschen Instituts für Medizinische Information und Dokumentation (DIMDI) gelistet und erhalten von der Behörde das Sicherheitslogo des Instituts (www.dimdi.de). Neu hinzugekommen ist seit Sommer 2015 das EU-Sicherheitslogo, welches das traditionalle DIMDI-Logo ersetzt. Für mehr Informationen siehe Reiter "Sichere Arzneimittel".

 

Wie stehen Versandapotheken zum Wettbewerb?

Versandapotheker sind Initiatoren des Wettbewerbs: Mit günstigen Preisen, Gutscheinen, Bonusmodellen und Rabattsystemen bieten Versandapotheker ihren Kunden zuvor nicht da gewesene Vorteile an.

 

Quellen:

Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA, www.bvdva.de)
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_75008.aspx
IMS Health (IMS Health, www.imshealth.de)
National Association of Chain Drug Stores (NACDS, http://www.nacds.org) PricewaterhouseCoopers (PwC, http://www.pwc.de)
Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh, http://www.versandhandel.org)
The Nielsen Company http://de.nielsen.com
Deutsche Postbank AG http://www.postbank.de
Allensbach Institut http://www.ifd-allensbach.de
IPSOS http://www.ipsos.de
Online Apothekenversandhandel 2013, Hrsg. Dr. Alfried Große, Essen

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