Meldungen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat gestern (1.12.) quasi im Windschatten anderer Themen und Debatten einen dezenten Hinweis darauf gegeben, wie im deutschen Gesundheitswesen mit Preisen umgegangen werden kann. Ein Online-Versender für medizinische Hilfsmittel hat seine Kunden z.T. von der Zuzahlung befreit. Das wäre laut Wettbewerbszentrale eine nicht erlaubte Vorteilsgewährung und so kam es zu dem Verfahren, weil – so die Auffassung der Wettbewerbszentrale – die Leistungserbringer gemäß Sozialgesetzbuch (SGB V) verpflichtet seien, die gesetzliche Zuzahlung zu erheben, damit diese ihre vorgesehene Steuerungswirkung auch erfülle. Die Gewährung von Vergünstigungen verstoße zudem gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG). Wörtlich heißt es im Urteil: „Die gesetzlichen Zuzahlungsregelungen dienen der Kostendämpfung im Gesundheitswesen und nicht dem Schutz der dort tätigen Mitbewerber. Die Einhaltung dieser Regeln kann daher von vornherein nicht mit Mitteln des Lauterkeitsrechts durchgesetzt werden.“

Die Vorbereitungen für den Jubiläumskongress des BVDVA am 1. und 2. Juni 2017 laufen auf Hochtouren. #bvdva17 verspricht eine Menge Highlights: Erstmalig sind wir im Steigenberger am Kanzleramt/Hauptbahnhof - super zentral, super modern. Es gibt ein neues Sponsoren- und Ausstellerkonzept mit großen Networking-Flächen für noch mehr Zeit und Gelegenheiten, sich auszutauschen. Außerdem konnten wir bereits eine Reihe spannender Themen und Referenten besetzen. Alles unter dem Titel: "Innovative Arzneimittelversorgung – E-Health, Online-Marketing und digitale Strategien". Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Sichern Sie sich noch bis zum Ende 2016 attraktive Frühbucherrabatte. Anmeldung ganz einfach unter www.bvdva-kongress.de Diese Teilnehmer haben sich bereits angemeldet.

Ein Gastbeitrag von Dr. Markus Wiedemann vom 19. Oktober 2016

Freier Preiswettbewerb für alle Apotheken?

EuGH, Urteil vom 19. Oktober 2016, Rs. C-148/15

In Deutschland galt bislang eine Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente. Die deutschen Regelungen sorgten für einheitliche Apothekenabgabepreise. Jegliche Formen von Rabatten und Bonussystemen waren unzulässig. Mit einem Paukenschlag hat der Europäische Gerichtshof diese gesetzlichen Regelungen nun für europarechtswidrig erklärt. Von dem freien Preiswettbewerb profitieren jedoch zunächst nur Versandapotheken aus dem EU-Ausland, nicht jedoch inländische Apotheken. Die Inländerdiskriminierung kann dazu führen, dass nun deutsche Apotheker Versandapotheken im EU-Ausland gründen.

Immer mehr Deutsche bestellen ihre Arzneimittel im Internet. Für stationäre Apotheken wird der Wettbewerb immer härter. Ein Bericht über das Für und Wider von Versandapotheken. Audiobericht im NDR vom 17.10.2016.

 

Berlin - Preis, Preis, Preis: Wer als Versandapotheke erfolgreich sein will, muss günstiger als die Konkurrenz sein. Auch die Auffindbarkeit im Netz und die Nutzerführung auf der Website entscheiden, ob der Kunde den Warenkorb füllt und zur Kasse geht oder ob er weiterzieht. Die Marketingagentur Dr. Kaske hat die einzelnen Anbieter unter die Lupe genommen.

Kleine gedankliche Anregung zum Thema EUGH-Urteil RX-Boni am 19.10. Soweit war man vor zehn Jahre schon: Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und SPD, Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz – GKV-WSG) vom 24.10.2006. Bedauerlicherweise wurde der Gesetzantrag damals „weg-lobbyiert“.

Der Versandhandel mit OTC-Arzneimitteln wächst. Insbesondere Preissuchmaschinen ziehen Apothekenkunden ins Internet: „Preissuchmaschinen ermöglichen in kurzer Zeit einen Preisvergleich. Darüber hinaus kann man sich schnell und oft sehr umfassend zu Produkten, ihrer Wirkung und Nebenwirkungen informieren und Erfahrungsberichte andere Patienten finden – bequem und anonym zu jeder Tageszeit“, schreibt IMS Health in einer Marktanalyse. Das Wachstum wird nach Meinung der Marktforscher weiter gehen.

 BR apothekencheck

Mit dem Oktoberfest beginnt auch die Erkältungszeit. Die Wiesn gilt als Virenturbo. Die Redaktion des Bayerischen Rundfunks testet daher, bei wem man die beste Beratung erhält, wenn es darum geht, mehrere Medikamente zu bestellen, die nicht zusammen eingenommen werden sollten: Drogerien, Stationäre Apotheken oder Versandapotheken.

Den Bericht können Sie  hier ansehen.

DISQ

 

In der Kategorie Apotheken wurden 43 Unternehmen von Kunden bewertet. In die Auswertung kamen 14 Unternehmen, denen eine ausreichende Anzahl von Befragten zugrunde lag.

Ob OTC oder Kosmetik: Der Versandhandel wächst, während die Offizin-Apotheken bestenfalls auf der Stelle treten. Der Grund, warum viele Verbraucher ins Internet abwandern und selbst Akutmedikamente auf Vorrat bestellen, ist der oft günstigere Preis. Michael Hensoldt, Geschäftsführer OTC beim Marktforschungsunternehmen Insight Health, erklärt im Interview mit APOTHEKE ADHOC, wie der Preiswettbewerb im Apothekenmarkt funktioniert und welche Apotheken besonders aktiv sind.

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